Wer kennt ihn schon, diesen alten Weiler, als Ortsteil Dielheims etwas abseits gelegen in den Hügeln des lieblichen Kraichgaus? Und warum schreibe ich darüber? Ganz einfach, für mich war das - wie soll ich es nur sagen - die schicksalhafte Begegnung mit einem Ort, der mich schon bei meinem ersten Besuch sogleich in seinen Bann zog und meinen weiteren Lebensverlauf vorzeichnete.
KEIN SCHÖNER LAND
Ein lyrische Gedankenreise.
Helmut Julius Seibert
Dass ich hier auf dem Oberhof jemals Drehleiern bauen würde wusste ja nicht mal ich selber, als ich entschied hier sesshaft zu werden. Dass ich überhaupt jemals auf die Idee käme, in diesem kleinen Weiler Wurzeln zu schlagen, hat mich ja selbst überrascht. Wie bereits gesagt, geplant war das alles nicht. Es hat sich einfach so ergeben. Eine kleine, unscheinbare Verkaufsanzeige in der Tageszeitung hat damals diese Entwicklung ins Rollen gebracht. Inas Aufmerksamkeit sei Dank! Wie dem auch sei, ob da nicht doch irgendwelche Schicksalshände Regie führten, sei mal dahingestellt: Wäre ich jedenfalls in diesem WG Zimmer in der Heidelbergr Altstadt hängen geblieben, mir wäre ganz sicher so manche gute und wertvolle Lebenserfahrungen entgangen, die sich eher aus dem rustikalen Lebensalltag der Leute hier speisten, als durch das oft gestelzte Getue der Leute im städtischen Getriebe.
Hier dann im "Obi" in der alte Stallung am Wohnhaus eine Werstatt für meinen Drehleierbau entstehen zu lassen war ja auch ein langgehegter Herzenswunsch von mir. Das aber wäre wieder Stoff für eine ganz eigene Geschichte. Und klar ist: das konnte aber zu jener Zeit auch nur in dieser gewissen Abgeschiedenheit eines Oberhofes und einer netter Nachbarschaft geschehen.